Besondere Umstände – Episode 7

Benni Bärmann und Antje Schrupp haben geredet über:

- Tauschen als Bedürfnis und den Kapitalismus im Allgemeinen, angeregt durch diesen Blogpost von Antje

- Der Papst als Modell für die Demokratie oder der Unterschied zwischen Repräsentation und Herrschaft (30:19)

- Arschlöcher oder was persönliches Verhalten mit politischer Theorie zu tun hat (am Beispiel von Marx vor allem) (37:45)

- Klassismus oder soziale Positionierung (immer noch in Zusammenhang mit der Bedeutung von Texten) (49:05)

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11 Responses to Besondere Umstände – Episode 7

  1. Marco says:

    Schön wars wiedermal! Mittlerweile hab ich mich sogar an den Wecker gewöhnt. (Aber ein noch schöneres Geräusch wäre schön…)

    Zum Thema Klassismus: Bei Bewerbungen finde ich die soziale Positionierung eigentlich nicht relevant, da sollte es um Qualifikation gehen. (Nicht um Einordnung.) Aber wie ist es bei Beiträgen im Web? Wäre für die Einordnung nicht auch interessant (bis wesentlich), solche Informationen zu haben? (Von wegen Anonymität.)

  2. gendalus says:

    Huhu,

    ich wollte mal nachfragen, ob ihr eure Aufnahme nachbearbeitet (von der Lautstärke her). Mit kam die Folge recht leise vor. Vielleicht habt ihr ja Lust eure Aufnahme einfach mal durch Auphonic (ww.auphonic.com) zu jagen, denn da wird die Lautstärke auf ein standardisiertes Niveau angehoben.

    Viele Grüße gendalus :)

  3. besondereumstaende says:

    Hi, das ist eine gute Idee. Ehrlich gesagt, bearbeiten wir nichts nach und haben auch kein sonderliches Equipment. Nächstes Mal werden wir das mit auphonic mal versuchen, danke für den Tipp!

  4. Ute Plass says:

    @Antje – du kannst dir ein bisschen Kapitalismus neben weiteren Ökonomien vorstellen? Hasst du dazu bereits konkrete Vorstellungen?
    Mir selber fällt erstmal nur ein, dass die Mittel zur Grundbedürfnis-Befriedigung
    der kapitalistischen Marktlogik entzogen sein müßten (was schon mal gar nicht wenig ist). Was bleibt für den Kapitalismus übrig? Nippes, Flitter und Tand?

    • besondereumstaende says:

      @Ute Plass – Ich glaube, wir haben jetzt schon ein bisschen (viel) Kapitalismus neben weiteren Ökonomien. Der Kapitalismus beherrscht und prägt bei weitem nicht die Gesamtheit der Ökonomie. Mir gefällt das Bild von der “Vielfalt der Ökonomien”, das Ursula Knecht mal geprägt hat. Ich weiß auch gar nicht, ob man es so planen muss. Vielleicht kann der Kapitalismus ja auch zur Befriedigung der Grundbedürfnisse sinnvoll sein, zum Beispiel hat er es ja tatsächlich geschafft, dass industriell hergestellt Ware sehr weitgehend verfügbar ist. Da ist das Problem eher die Ressourcenverschwendung. Im Bereich von Pflegearbeit hingegen glaube ich nicht, dass der Kapitalismus das beste Prinzip ist.

  5. Ute Plass says:

    @Antje – “Vielleicht kann der Kapitalismus ja auch zur Befriedigung der Grundbedürfnisse sinnvoll sein, zum Beispiel hat er es ja tatsächlich geschafft, dass industriell hergestellte Ware sehr weitgehend verfügbar ist”.

    Damit argumentieren ja auch die Befürworterinnen des Kapitalismus, wobei dabei nicht im Blick ist, dass dieser Kapitalismus doch eine Form von Herrschaft ist über die Lebenszeit von Menschen ist (womit ich dir ja nix Neues sage).
    Übersehen wird auch, dass der technische Fortschritt doch nicht allein dem Kapital zu verdanken ist, sondern der Kreativität, Neugier, Forschungsdrang… vieler Menschen und dem Wunsch nach dem guten Leben für alle.

    Derzeit sehe ich es wie Benni, der meint: Ein bißchen Kapitalismus geht nicht. Der Kapitalismus ist seinem Wesen nach expansiv, versucht mithin alles in sein System zu integrieren, was integrierbar ist – tendenziell alles.
    Habe auch mit einem Freund darüber gesprochen, der ebenfalls sagt: Jede Form der Ökonomie, die den Kapitalismus nicht gefährdet, wird er dulden. Was ihn gefährdet, wird er bekämpfen bzw., besser noch, in sein System integrieren.

    @Benni – kannst du noch mehr dazu sagen?

  6. Ute Plass says:

    Die Revolution des Gemeinschaftlichen als wesentlicher Beitrag zur Transformation
    des Kapitalismus: Commons, Besitz statt Eigentum – Teile, was du kannst – beitragen statt tauschen :
    http://www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/Habermann_Denknetz_Jahrbuch_2012.pdf

  7. Ute Plass says:

    @Antje – “Mir gefällt das Bild von der “Vielfalt der Ökonomien”, das Ursula Knecht mal geprägt hat.”

    Dann dürften dir “Die neuen Gärten gegen den Kapitalismus” auch gefallen:-)
    http://www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/Dyttrich._Neue_Garten_gegen_den_Kapitalismus.pdf

  8. Benni says:

    @Antje – “Vielleicht kann der Kapitalismus ja auch zur Befriedigung der Grundbedürfnisse sinnvoll sein, zum Beispiel hat er es ja tatsächlich geschafft, dass industriell hergestellte Ware sehr weitgehend verfügbar ist”.

    Ute: “@Benni – kannst du noch mehr dazu sagen?”

    Ja, vor allem, dass das nicht stimmt, wenn man den Kapitalismus als das Weltsystem, dass er ist (und schon immer war), versteht. Weltweit betrachtet sind Waren nun mal eben nicht weitgehend verfügbar (und hierzulande stimmt das auch immer weniger). Ja, das ist es gerade, was sie zu Waren macht. Wären sie nicht (ver)knapp(t), wären es keine Waren – und somit für den Kapitalismus nicht relevant.

    Die Wahrnehmung, dass Waren “sehr weitgehend verfügbar” seien, ist eine aus einer sehr privilegierten Position heraus.

    Es stimmt zwar, dass der Kapitalismus nicht jede Weise der Produktion und Reproduktion unseres Lebens umfasst, faktisch ist es sogar nur ca. ein Drittel. Dieses Drittel ist aber hegemonial über die anderen zwei Drittel in dem Sinne, dass es den anderen die Logik diktiert.

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